Ein Flugverbot wäre die Folge. Ganz anders entscheidet die US Air Force. Ihre Piloten müssen sich sogar verpflichten, vor Kampfeinsätzen Amphetamine einzunehmen. Sie sollen den Piloten die nötige Ausdauer, Konzentration und Kampfbereitschaft bei langen Einsätzen verschaffen.
Dabei warnt die "US Food and Drug Administration" vor der Einnahme von Amphetaminen, weil sich Euphorie, Selbstüberschätzung, aber auch Depression, zu hoher Blutdruck oder Herzrasen einstellen können. Es sind Reaktionen, die Sekundenentscheidungen über die Verwendung tödlicher Waffen stark beeinflussen. Drogen setzen das Verantwortungsbewusstsein außer Kraft. Die Resultate sind bekannt. Mehrfach wurden unschuldige Zivilisten, aber auch eigene und verbündete Truppen von amerikanischen Piloten bombardiert oder mit Raketen beschossen. "Wie ein verrückter Cowboy griff er uns an, einmal, zweimal. Dabei flog er so tief, dass er uns als Verbündete hätte erkennen müssen", so ein britischer Soldat, der im Irak-Krieg seinen Kameraden im sogenannten "friendly fire" verlor.
Professor Marc Herold von der University of New Hampshire stellt fest: "Die Zahl der tödlichen Angriffe auf eigene oder verbündete Truppen und harmlose Zivilisten ist größer als viele denken." Er hat hunderte von Fällen aufgelistet.
Große Aufmerksamkeit gewann deshalb der noch laufende Prozess gegen die beiden amerikanischen Piloten Harry Schmidt und Bill Umbach. Sie töteten in Afghanistan vier kanadische Soldaten, die dort mit den Amerikanern Seite an Seite kämpften. Die Verteidiger der beiden Angeklagten plädieren jetzt, dass die Einnahme der Amphetamine vor Flugbeginn zu dem tödlichen Beschuss führte.
Dem schottischen Autor Jamie Doran ist es gelungen, für seine außergewöhnliche Dokumentation erstmalig US Air Force Piloten und Special Forces Soldaten vor die Kamera zu bekommen, die über die Einnahme von Drogen bei Kampfeinsätzen vom Golfkrieg "Desert Storm" bis zur diesjährigen "Operation Freedom Iraq" berichten. |